Konzept

Hier finden Sie einige wichtige Punkte aus unserem Konzept.

Haben Sie noch Fragen oder Anmerkungen dann Kontaktieren Sie uns doch einfach direkt!

 

Selbstverständnis

Unsere Arbeit hat ihren Schwerpunkt in einer Bedürfnis- und Gemeinwesenorientierung. Im Mittelpunkt stehen die Jugendlichen, ihre Lebenswelten, sozialen Beziehungen, Verhaltensäußerungen, Interessen und Wünsche. Diese finden z.B. Berücksichtigung in projektbezogenen Aktivitäten, Gruppenaktivitäten oder Einzelfallhilfen. Die Grundlage unseres pädagogischen Handelns bildet das Leitbild des Langenhagener Vereins für Sozialarbeit e.V.

Aus unserem Selbstverständnis als Sozial- und Jugendarbeiter sehen wir uns als parteiliche Interessenvertretung für benachteiligte und von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgegrenzte sowie sich selbst ausgrenzende (junge) Menschen, weil diese sich in der Öffentlichkeit nur äußerst selten Gehör verschaffen können bzw. sich die jugendliche Art und Weise des sich Gehörverschaffens, von der Erwachsenenwelt oft als problematisch oder störend empfunden wird.

Die mobile, aufsuchende Jugendarbeit definiert sich nicht als Sozialfeuerwehr, die schnell und unkompliziert Konfliktherde in der Stadt befriedet. Eine Abgrenzung gegenüber sicherheits- und ordnungspolitischer Instrumentalisierung ist grundlegend, weil sie der Grundvoraussetzung einer gelingenden Arbeit, dem Schaffen einer vertrauensvollen Beziehung, widerspricht.

Problemlagen von Jugendlichen sind in erster Linie von entwicklungshemmenden negativ bestimmenden Faktoren wie relative Armut, Arbeitslosigkeit, Stigmatisierung, Ausgrenzung etc. verursacht. Deshalb muss die Jugendarbeit raus in die Lebenswelt der Jugendlichen, um dort positive Rahmenbedingungen zu schaffen, wo die Problemursachen zu finden sind.

Bei der Arbeit mit den Jugendlichen soll keinesfalls ein defizitäres Denken (z.B. „Problemjugendliche“) im Vordergrund stehen, sondern die Ressourcen der Jugendlichen, des Stadtteils und der stadtweiten Institutionen genutzt werden, um den betroffenen Jugendlichen im Sinne des § 11 SGB VIII Angebote zur Verfügung zu stellen und Chancen zu eröffnen

Im diesem Kontext entwickeln wir gemeinsam mit Jugendlichen, ausgehend von Bedarf und Interesse, z.B. Freizeitaktivitäten und Angebote (siehe hier).

 

Zielgruppe

Die mobile aufsuchende Jugendarbeit richtet sich an alle Jugendlichen in Langenhagen, die in ihrer Freizeit keine pädagogisch, oder anders betreuten Orte aufsuchen, sich vorwiegend (und u.U. auch auffällig) in Cliquen im öffentlichen Raum bewegen bzw. aufhalten.

Es geht darum Gruppen (Cliquen) und Einzelne zu erreichen, die aufgrund entwicklungshemmender Faktoren oder Notlagen (z.B. Ausgrenzung/ von Ausgrenzung bedroht, Stigmatisierung, soziale und materielle Benachteiligung) von bestehenden Diensten keinen Gebrauch machen, oder von der Offenen Jugendarbeit und der Verbandsjugendarbeit nicht erreicht werden.

Die Mobile Aufsuchende Jugendarbeit in Langenhagen richtet sich schwerpunktmäßig an Kinder und Jugendliche von 12 bis 24 Jahren. Zusätzlich zu dieser Altersgruppe werden durch bestimmte Angebote, wie z.B. das Spielmobil im Stadtteil, die regelmäßige Bauwagen-Öffnungszeit am IKEP oder das AG-Angebot in Kooperation mit der Robert-Koch-Schule, auch jüngere Kinder zwischen 6 und 12 Jahren erreicht. Hierbei geht es vornehmlich um präventive Arbeit. Diese Angebote verfolgen ebenso den Sinn, bereits bei jüngeren Kindern bekannt zu sein, um bei einem eventuell später entstehenden Bedarf auf Grund des Überspringens der Kennenlernphase und des Vorhandenseins von Vertrauen schneller ansetzen, eingreifen oder handeln zu können.

Materielle wie persönliche Notlagen, wie z.B. Konflikte innerhalb der Familie, unter Freunden oder Cliquen, sind für junge Menschen, vor allem in der Phase der Identitätsfindung und -bildung, von zentraler Bedeutung.

Themen wie Cybermobbing, Fake-Accounts in sozialen Netzwerken, Happy Slapping o.ä. sind längst keine Seltenheit mehr. Und so müssen diese Aspekte in der täglichen Arbeit berücksichtigt werden und bilden eine unabdingbare Größe. Die mobile Jugendarbeit steht somit auch für Online-Beratungen, auch uns unbekannter Jugendlicher, zur Verfügung.

 

Wie arbeiten wir?

  •  Aufsuchende Sozialarbeit auf der Straße
  • Unmittelbare Interessenvertretung
  • Zielgruppen-, problemlagen- und arbeitsfeldübergreifend (Methodenvielfalt / interdisziplinär)
  • Freiwilligkeit, Parteilichkeit, Anonymität
  • Lebenswelt- und Sozialraumorientiert
  • Bedarfsorientiert
  • Einzelfall- und projektbezogen
  • niedrigschwellig, akzeptierend
  • Hilfe ohne Vorbedingungen

(vgl. Gangway)

 

Ziele unserer Arbeit

Grundlegendes Ziel unserer Arbeit ist es, Hilfen zur Selbsthilfe anzubieten, also Jugendliche und junge Erwachsene zur Selbstverantwortung und Eigenbestimmung zu befähigen. In konkreten Einzelfallsituationen werden niedrigschwellige und unbürokratische Hilfen angeboten oder Jugendliche begleitet. Insbesondere hier spielt der Gedanke der Vernetzung bzw. Nutzung bestehender Ressourcen eine gewichtige Rolle indem z.B. Kontakte genutzt werden, um Jugendliche zu weiterführenden Hilfsangeboten vermitteln zu können.

Durch Kontaktaufnahme und Beziehungsarbeit, gemeinsame Entwicklung von Lebensperspektiven und eine Verbesserung der Lebenssituation der jungen Menschen sollen sich positive Auswirkungen auf die soziale Lage innerhalb der Stadt bemerkbar machen.

Die Beratungsarbeit ist allgemeiner und spezieller Natur und bezieht sich auf jugendrelevante Themen (Freundschaft, Ärger mit anderen Jugendgruppen / Erwachsenen, Beziehungsprobleme, Freizeitgestaltung etc.). Sowohl individuelle als auch gruppenbezogene Fragestellungen, oder Krisen und Problemlagen werden besprochen. Als Erweiterung des Beratungsangebotes kann auch eine Hilfe in der Beschaffung von Arbeit, Ausbildungsplatz, Dienstleistungen, Geld, Raum etc. Gewicht liegen.

Die Aushandlung von Absprachen und festen Regeln, Vertrauensbildung und Übergabe von Verantwortung gehören z.B. zu den zentralen Aufgaben einer cliquenorientierten Arbeit (Betreuungsarbeit), die oft in einer gezielten Projektarbeit mündet. Zentraler Punkt der Freizeit- und erlebnispädagogischen Angebote ist das Soziale Lernen, welches bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten oder Verhaltensproblemen dienlich ist.

Von zentraler Bedeutung sind auch Aspekte der Gemeinwesenarbeit, die Handlungsfähigkeit sowohl der Einzelmenschen als auch des Kollektivs herauszubilden und zu erweitern bzw. kollektive Problemlösungsprozesse herbeizuführen, deren Akteure die Betroffenen selbst sind.

Die Mitarbeiter suchen ihre Klientel an formellen (z.B. Jugendzentrum, Schule) und informellen (z.B. CCL, öffentliche Plätze) Treffpunkten auf. In einem lockeren Gespräch können Anliegen an die Pädagogen herangetragen werden. Je besser das Vertrauensverhältnis und umso intensiver die Pflege der Beziehung zu den Jugendlichen, ergeben sich aus den Gesprächen weitere Möglichkeiten:

  • Spezielle, nachfrageorientierte Angebote für Kinder und Jugendliche (z.B. Fußballturniere, Tagesausflüge etc.)
  • Kontakt zu Familien der Jugendlichen (vor allem zur Integration von Migrantenfamilien)
  • Beratung der Jugendlichen (Drogenprävention, Justiz, Ausbildungsplätze etc.)
  • Weitere Einzelfallhilfen (z.B. persönliche Begleitung und Orientierungshilfe sowie Vermittlung etc.)
  • Gruppen-, Cliquen- und Stadtteilarbeit
  • Gemeinwesenorientiert: Öffentlichkeitsarbeit, Bewohneraktivierung, Stadtteilfeste etc.

Die mobile Jugendarbeit arbeitet maßgeblich sozialraum- und gemeinwesenorientiert in einem interdisziplinären Netzwerk. Eine Vernetzung und Kooperation mit Einrichtungen, Institutionen und Gremien, welche für unsere Adressaten von Bedeutung sind oder werden können ist grundlegend.

Durch die vielfältigen Kontakte eröffnet sich uns die Möglichkeit, an der Weiterentwicklung des örtlichen Hilfesystems mitzuwirken oder die vorhandenen Angebote, Initiativen, Ressourcen etc. zu verknüpfen, Institutionen und Einrichtungen zur Zusammenarbeit einzuladen oder gemeinsame Projekte zu entwickeln.

Im Einzelnen beteiligen sich die Mitarbeiter in folgenden Gremien und Arbeitsgemeinschaften:

Lokal und Regional

  •  Sozialforum, Runder Tisch gegen häusliche Gewalt
  • Berichterstattung im Jugendhilfeausschuss

Überregional

  •  Orientierung an Fachstandards: Teilnahme an Treffen der Bundesarbeitsgemeinschaft Streetwork, Landesarbeitsgemeinschaft und der OBST AG (Organisation Bundesoffenes Streetworker Treffen)

 

Qualitätssicherung

 Die Teilnahme an Gremien und Arbeitsgruppen ist zwingend notwendig um über aktuelle Entwicklung in der Stadt oder im eigenen Fachgebiet informiert zu sein.

Außerdem umfassen die Maßnahmen zur Qualitätssicherung:

  •  Dienstbesprechungen
  • Vorstandssitzungen
  • Teamentwicklung und Fortschreibung des Konzepts
  • Supervision
  • Selbstreflexion und Selbstevaluation
  • Sozialraum- und Bedarfsanalysen
  • Wissenschaftliche Untersuchungen (z.B. Schülerbefragungen)
  • Einsatz von Fachkräften
  • Fortbildungen und Fachtagungen

 

(vgl. Konzept der mobilen, aufsuchenden Jugendarbeit in Langenhagen, Langenhagener Verein für Sozialarbeit e.V., Stand 2015)